Hafen Bonifacio – Ankunft der Fähren in Korsika

An der südlichen Spitze Korsikas befindet sich der kleine aber außergewöhnliche Touristenort Bonifacio, mit ca. 2.800 Einwohnern, einer lebhaften Atmosphäre und einer lange zurückreichenden Geschichte. Die hohen Kalksteinklippen, in denen in der Vergangenheit Häuser und Warenlager gegraben wurden, sind charakterisierend für die Altstadt, die sich entlang einer sehr langen Einbuchtung entwickelt hat, deren Form an einen nordischen Fjord erinnert. Der Hafen, der sich innerhalb des Fjords befindet und hauptsächlich als Fischerei- und Handelshafen genutzt wird, verfügt jedoch auch über einen gut ausgestatteten Bereich für die Sportschiffahrt. Außerdem fahren die Linienfähren regelmäßig nach Santa Teresa di Gallura auf Sardinien. Die ca. 12 Km lange Strecke wird in etwa einer Stunde zurückgelegt und die Fähren von Korsika bieten regelmäßig Fahrten zur italienischen Insel an.

Die Straße von Bonifacio trennt beide Inseln und grenzt östlich am Tyrrhenischen Meer und westlich am Sardischen Meer an. An der östlichen Mündung liegen die italienischen Inseln des Maddalena-Archipels sowie die französischen Inseln Lavezzi und Cavallo, die für ihre Schönheit und glasklaren Gewässer berühmt sind.

Die Bucht wurde bereits vor 6500 Jahren aufgrund ihrer strategisch vorteilhaften Lage, die die Kontrolle über die Straße von Bonifacio ermöglichte, bevölkert.
Hier siedelten sich griechische Händler, römische Soldaten und lange Zeit lang auch Piraten aus dem Mittelmeerraum an.

Im Jahr 833 ließ Bonifatius II. von Lucca, dem der Ort seinen Namen verdankt, eine Siedlung zum Schutz vor den Übergriffen der Sarazenen errichten. Bonifacio unterlag ca. zwei Jahrhunderte lang der Herrschaft der Meeresrepublik Pisa, bevor es in den Besitz der Republik Genua überging. Den ligurischen Einfluss findet man heute noch im lokalen Dialekt, dem „bonifaccino“, wieder, der immer noch gesprochen wird und der ältesten Sprachvarietät des Ligurischen entspricht. Im Jahre 1768 ging Bonifacio mit dem Vertrag von Versailles von Genua nach Frankreich über und Napoleon übernahm hier 1973 mehrere Monate lang das Kommando.

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